Geschichte

Die Laoten haben die Besiedlung des Territoriums des heutigen Laos im 13. Jahrhundert abgeschlossen. Sie kamen von Südchina (Yünan), wo sie und die mit ihnen eng verwandten Thais durch die Mongoleneinfälle verdrängt wurden, und wanderten vor allem in die Ebenen auf beiden Seiten entlang des Mekongs des heutigen Staatsgebietes ein. Die vorher ansässige lokale Bevölkerung, die sich zumeist aus Mon-Khmer-Minderheiten zusammensetzte, musste in die Berggebiete ausweichen.

Im 14. Jahrhundert gründete Fa Ngum durch Unterwerfung der verschiedenen Fürstentümer das Königreich Laos. In dieser Zeit wurde der Theravada-Buddhismus zur Staatsreligion erhoben. Laos wurde (wie Burma, Kambodscha und Thailand) kulturell durch die Indisierung geprägt, die sich eben auch in der Lebensphilosophie und Religion widerspiegelte.

Von seiner Gründungszeit und einer kurzen Blüte im 17. Jahrhundert abgesehen, war Laos stets Spielball seiner mächtigen Nachbarn. Das Land wurde permanent von einfallenden Burmesen, Siamesen (Thais) oder Annamiten (Vietnamesen) heimgesucht. Luang Prabang (die alte Hauptstadt) und Vientiane (die neue Hauptstadt) wurden mehrfach zerstört. Thronfolgestreitigkeiten beförderten diesen Prozess von innen und beschleunigten den Zerfall in mehrere Reiche bzw. abhängige Gebiete. Im Laufe der Zeit wurde das Reich in drei rivalisierende Königreiche aufgespalten: Luang Prabang, Vientiane und Champasak.

Die meiste Zeit von 1893 bis 1954 war Laos Teil der französischen Kolonie Indochina. 1893 war die von Vietnam und Kambodscha ausgehende Eroberung Laos durch die französischen Kolonialtruppen abgeschlossen. Nach den Französisch-Siamesischen und Britisch-Französischen Verträgen wurden die östlich des Mekongs liegenden Gebiete im Jahre 1900 als "Protektorat Laos" in die Indochinesiche Union eingegliedert. Für die Franzosen standen in Laos militärstrategische Aspekte im Vordergrund. Die besondere Lage des Landes im Herzen der indochinesischen Halbinsel hatte für das kleine, unterentwickelte Binnenland schwerwiegende Folgen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Laos für wenige Wochen unabhängig. Am 2. Oktober 1945 wurde die Unabhängigkeit des "Pathet Lao" (Land Laos) ausgerufen. Laos wurde jedoch bereits 1946 wieder rekolonialisiert und anschließend in den ersten Indochinakrieg verwickelt, der 1954 mit einer Niederlage der Franzosen endete.

Von 1955 bis 1975 rangen die USA und kommunistische Kräfte um die Vorherrschaft in Indochina. Im zweiten Indochiakrieg (auch als „Vietnamkrieg“ bekannt) bombardierten die USA Laos mehr als Vietnam. Über Südlaos (im Gebiet des Ho-Chi-Minh-Pfades, der zu großen Teilen durch Laos führte) wurden 2.019.000 t und über Nordlaos 321.000 t Bomben abgeworfen, d.h. mehr als im zweiten Weltkrieg auf Deutschland und Japan zusammen. Auf jeden Laoten kam demnach ca. eine Tonne Bomben. Noch heute führen diese Blindgänger jährlich zu Todesfällen und schwerwiegenden Verletzungen unter der Zivilbevölkerung, vor allem unter Kindern und Reisbauern. Nach dem Ende des zweiten Indochinakrieges übernahmen die kommunistisch und neutralistisch geprägten Kräfte des Pathet Lao durch eine unblutige Revolution im Jahre 1975 die Macht und proklamierten am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos.

Auch während des sozialistischen Entwicklungsweges musste Laos sich nun mit den Interessen der großen Nachbarn Vietnam und China auseinandersetzen. Von 1975 bis 1990 fuhr die laotische Regierung dagegen einen pro-sowjetischen Kurs. Diese sich abwechselnden Einflüsse resultierten und resultieren vorrangig aus der bis heute symptomatischen finanziellen Abhängigkeit von außen. 1988, d.h. bereits ein Jahr vor dem Beginn des Zusammenbruchs des sogenannten sozialistischen Blocks der Warschauer-Pakt-Staaten in Osteuropa, leitete Laos eine Öffnungs- und Reformpolitik ein, verbunden mit stärkeren Bestrebungen der Demokratisierung der Gesellschaft und dem Ziel, die Unabhängigkeit schrittweise wirklich zu festigen, die Unterentwickelung zu überwinden sowie nach und nach den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft zu realisieren. Seit 1997 ist Laos Mitglied der ASEAN.

Seither verzeichnet Laos regelmäßig jährliche Wachstumsraten zwischen 6 und 10 %, die in erster Linie aus einem starken Anstieg der Extraktion von Bodenschätzen, dem Export von elektrischer Energie und den Erlösen aus dem Tourismus, nicht aber dem verarbeitenden Sektor herrühren.

Über die Geschichte und Kultur dieses Landes ist bis heute in Deutschland wenig bekannt; dabei bietet es mit seiner wunderschönen Natur, Zeugnissen der buddhistischen Kunst und Architektur, in Verbindung mit einem der liebenswertesten und gastfreundlichsten Völker der Erde, gute Gründe, mehr über Land und Leute zu erfahren.

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