Wirtschaft

Laos gehört zu den am wenigsten entwickelten und ärmsten Ländern der Welt. Die neue marktwirtschaftlich orientierte Wirtschaftspolitik der Volksrepublik hat vornehmlich eine Liberalisierung des bestehenden Systems zum Ziel.

Mit einem Anstieg des BIP (jährliche Wachstumsrate von fast 8%, außer während der Asienkrise) und einem Rückgang der Inflationsrate wurden erste Erfolge erzielt. Laos ist ein Binnenstaat mit zahlreichen Bodenschätzen. Viele davon wurden wahrscheinlich noch gar nicht entdeckt oder werden noch nicht ausgebeutet. In den verbleibenden Primärwäldern findet man tropische Edelhölzer. Das Potential zur Erzeugung hydroelektrischer Energie ist gewaltig: Allein für den Mekong auf laotischem Gebiet existieren Pläne für mehr als zehn Staudämme. In den Tälern des Mekong und auf dem Bolavenplateau im Süden des Landes befinden sich die wichtigsten Anbaugebiete mit fruchtbarem Ackerland. Der Mekong als artenreichster Strom der Erde ist eine wichtige Nahrungsquelle für die Bevölkerung. Mehr als 80 Prozent der Laotinnen und Laoten leben von der Land- und Forstwirtschaft, deren Entwicklung Ziel der Regierungspolitik ist. Ein Großteil der Bevölkerung ist noch in der Natural- und Subsistenzwirtschaft eingebunden. Die Industrie des Landes besteht überwiegend aus kleineren Fabriken zur Produktion von Konsumgütern für den nationalen Markt. Über die Hälfte des Staatshaushalts von Laos wird durch internationale Entwicklungsgelder gedeckt.

Das Rückgrat der laotischen Wirtschaft ist die Landwirtschaft. Das bedeutendste Agrarprodukt ist Reis, der den größten Teil der Ernte ausmacht, aber nicht immer zur Eigenversorgung der Bevölkerung ausreicht. Angebaut werden Kartoffeln, Gemüse, Mais, Kaffee, Rohrzucker, Tabak, Baumwolle, Tee und Erdnüsse. In den letzten Jahren nimmt der großflächige Anbau von „Cashcrops“ (zum Verkauf bestimmte Ernteprodukte) wie Mais, Zuckerrohr und Kautschuk (von Gummibäumen) durch ausländische Investoren zu.

Trotz offiziellen Verbots wird in den Bergregionen weiterhin Schlafmohn zur Gewinnung von Opium angebaut. Laos kam dem durch die internationale Gebergemeinschaft auferlegten Ziel, bis zum Jahre 2006 opiumfrei zu sein, sehr nahe (Rückgang um 91% im Verhältnis zum Referenzjahr 1998 mit dem Anbau von 70 bis 160 Tonnen auf einer Fläche von 26.800 Hektar). In den letzten Jahren ist wieder ein langsamer Anstieg des Schlafmohnanbaus zu verzeichnen, so dass das Ziel, 2015 opiumfrei zu sein, verfehlt wurde.

Von wirtschaftlicher Bedeutung ist weiterhin auch die Viehzucht. Sie umfasst Schweine, Wasserbüffel und Rinder sowie Geflügel. Die Forstwirtschaft spielt ebenso nach wie vor eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des Landes. Offiziell dürfen nur bearbeitete Holzprodukte aus genehmigten Gebieten exportiert werden, jedoch verlassen aufgrund der hohen Nachfrage in den Nachbarländern China, Vietnam und Thailand wie auch in den Industriestaaten große Mengen von Tropenhölzern illegal und unverarbeitet das Land.

Der Abbau von Bodenschätzen hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen und stellt neben den Stromexporten und dem Tourismus inzwischen die größte Einnahmequelle von Laos dar.

Obgleich in den letzten Jahren eine Zunahme des produzierenden Gewerbes in Laos zu konstatieren ist, ist dieser Wirtschaftssektor im Vergleich zu anderen südostasiatischen Ländern zurückgeblieben. Bislang scheint Laos für ausländische Investoren nicht besonders attraktiv. Dieses Defizit soll durch die Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen und speziellen Anreizen für internationale Investoren ausgeglichen werden.

Die Währung von Laos der Kip (ISO-Code LAK) erwies sich in den letzten Jahren als sehr stabil gegenüber dem Euro und dem US-Dollar. Die Handelsbilanz des Landes ist negativ, so standen im Jahr 2010 Einfuhren im Wert von 1,95 Milliarden US-$ Ausfuhren von 1,50 Milliarden US$ gegenüber. Hauptexportprodukte sind Holz, Kaffee, Elektrizität nach Thailand sowie Bodenschätze wie Zinn, Kupfer, Gold und Kohle. Laos importiert überwiegend Maschinen und Anlagen, Fahrzeuge sowie Treibstoffe und Konsumgüter.

Der Export sowie der Import von Gütern wie auch die Verteilung von Gütern und Produkten in Laos werden durch die großen Defizite der laotischen Verkehrsinfrastruktur behindert.

Laos ist inzwischen über eine 3,5 Kilometer lange Eisenbahnstrecke mit Thailand verbunden; diese hat aber bislang nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung und wird vor allem von Touristinnen und Touristen sowie Geschäfspersonen verwendet. Planungen einer Hochgeschwindigkeitsstrecke von Bangkok (Thailand) nach Kunming (Provinz Yunnan, Südchina) sehen eine Querung von Nordlaos, von Vientiane über Luang Prabang nach Boten, vor. Dieses Projekt wurde aufgrund der Wirtschaftskrise 2008 zurückgestellt. Derweil ist es umstritten, ob diese Hochgeschwindigkeitstrasse für Laos als Transitland von Vorteil wäre. Das laotische Straßennetz mit einer Länge von über 40.000 km hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt, jedoch ist mindestens die Hälfte davon nicht asphaltiert. Die Eröffnung von vier Straßenbrücken über den Mekong in den letzten zehn Jahren hat die Verbindung zu Thailand deutlich verbessert; weitere Querungen sind in Planung. Der Flugverkehr hat auch in Laos deutlich an Bedeutung gewonnen. Für die Bevölkerung sind jedoch der Mekong und seine Nebenflüsse nach wie vor die wichtigsten Verkehrswege des Landes.

Währung: Kip (LAK)

  • Bruttoinlandsprodukt nach Wirtschaftssektoren (in Anteilen, Schätzung für 2010)
  • Land- und Forstwirtschaft: 29,8%
  • Produzierendes Gewerbe: 31,7%
  • Dienstleistungen: 38,5%

Wichtigste Handelspartner: Thailand, China, Vietnam, Japan und Singapur

Kontaktieren Sie uns!

Wir freuen uns, von Ihnen zu hören! Haben Sie Anregungen, Fragen, Hinweise ...

Kontakt

Unterstützen Sie unsere Arbeit durch Ihre Spende!

Deutsch-Laotische Gesellschaft e.V. | IBAN: DE67120300001020024640
BIC: BYLADEM1001 | DBK – Deutsche Kreditbank AG

Details