Film

Die steigende Anzahl von Filmberichten über Land und Leute, Tourismus und Geschichte in Laos spiegelt das große Interesse in Mitteleuropa an diesem wenig bekannten Land wieder. Diese Dokumentationen werden überwiegend von internationalen Filmteams erstellt und im Land nicht gezeigt.

Seit 2009 haben, im Rahmen des Filmfestivals Vientianale (www.vientianale.org/), auch Filmschaffende aus Laos und den anderen Mekonganrainerstaaten die Möglichkeit, eigene Filmbeiträge der Öffentlichkeit zu präsentieren und aktuelle Themen über ihr Land einem breiten Publikum darzustellen.

Mit der 2. Vientianale im Mai 2011 gelang der Durchbruch mit der Idee eines Festivals. Es wurden Filme aus und über Laos, ein internationales Panorama mit dem Schwerpunkt auf der Region Süd-Ost-Asien sowie Kinder- und Jugendfilme über vier Tage hinweg in der nationalen Kulturhalle in Vientiane gezeigt. Die ausgewählten Spielfilme, Dokumentationen, Kurzfilme und Musikvideos brachten dem Publikum Filme und Filmkultur in ihrer Vielfalt vom Autorenkino bis hin zum Blockbuster näher. Herzstück der Vientianale war der Kurzfilmwettbewerb, bei dem laotische FilmemacherInnen sowie Nachwuchstalente dazu aufgerufen wurden zu dem Thema „Gestern, heute, morgen“ einen filmischen Beitrag mit maximal 11 Minuten Länge einzureichen. Dieser Kurzfilmwettbewerb war überaus erfolgreich, quantitativ und qualitativ eine enorme Steigerung gegenüber der Wettbewerbsausschreibung bei der ersten Vientianale 2009. 28 Beiträge mit teilweise sehr hoher künstlerischer Qualität wurden eingereicht.

Ziel der Vientianale ist es, laotischen FilmemacherInnen eine Plattform für ihre Ideen und ihr Lebensgefühl zu geben. „Mit eigener Stimme über sich selbst sprechen zu können bzw. es zu lernen bedeutet für ein Land wie Laos, dass sowohl wirtschaftlich als auch kulturell enorm den Einflüssen der starken Nachbarn ausgesetzt ist, den fremden Deutungsmustern und Reflexionskategorien eigene entgegensetzen zu können.“ kommentiert die DAAD-Lektorin Simone Heine, die dem sechsköpfigen internationalen Organisatoren-Team angehört. Für die Stärkung der laotischen Film- und Medien-Schaffenden ist auch die nationale und internationale Vernetzung ein entscheidender Faktor. Während zweier Workshops, die während und nach der Vientianale stattfanden, hatten sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene die Möglichkeit, nicht nur dazu zu lernen sondern auch sich kennen zu lernen. Und auch zu den 14 FilmemacherInnen aus Laos, Myanmar, Kambodscha, Vietnam, Philippinen, Singapur, Indien, England, Deutschland und den USA, die während des Festivals Ihre Filmbeiträge präsentierten, konnten wertvolle Kontakte seitens der laotischen Filmschaffenden geknüpft werden.

Besonders hervorzuheben ist auch, dass sämtliche internationalen Spielfilme mit laotischen Untertiteln gezeigt wurden, was als Novum in der laotischen Kinogeschichte gelten kann. Neben dem attraktiven Programm mit insgesamt mehr als 70 Spielfilmen und Dokumentationen, wurde den Festival-Besuchern Foto- und Gemälde-Ausstellungen, eine Messe für Laotische Literatur und Verlage und natürlich eine große Festivalparty mit Live-Konzert geboten, um die Vientianale zu einem gesamtkulturellen Ereignis zu machen.

An allen Tagen nahmen jeweils etwa 1000 Besucher an den verschiedenen Veranstaltungen. Besonders erfreulich ist der Umstand, dass zahlreiche LaotInnen, wobei der Anteil junger Menschen augenfällig war, dieses kulturelle Angebot nicht nur in der Publikumsrolle angenommen haben, sondern sich aktiv in die einzelnen Veranstaltungen einbrachten. Laos, das sonst gerne einmal wegen seiner Langsamkeit oder unterstellter Trägheit nicht nur von seinen Nachbarländern belächelt wird hat unter Beweis gestellt, dass es über junge, dynamische und kreative Köpfe verfügt, von denen man zukünftig hoffentlich noch viel hören wird. (Jörg Nitschke, Mitglied des Vientianale Team 2011).

Neben der Vientianale fand im Dezember 2011 erstmalig das Luang Prabang Filmfestival statt, welches zum Ziel hat, Kino in der laotischen Bevölkerung bekannter zu machen.

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